Im Sommer zeigt die Natur, was in den vergangenen Monaten entstanden ist. Felder tragen Früchte. Pflanzen stehen in voller Kraft. Und trotzdem richten wir unseren Blick oft auf das, was noch fehlt.
Vor kurzem sagte eine Klientin zu mir: „Eigentlich läuft gerade ganz viel gut – das fällt mir erst jetzt auf, wo du fragst.“
Sie war wegen eines ganz anderen Themas gekommen. Doch dieser Satz veränderte etwas. Denn plötzlich richtete sich ihr Blick nicht mehr nur auf die Herausforderungen. Sondern auch auf das, was bereits gelungen war.
Ähnlich erging es einem Klienten, der sich mitten in einem schwierigen Gesundheitsprozess befindet. „Ich dachte, ich stehe noch am Anfang“, sagte er. „Aber wenn ich zurückschaue, bin ich eigentlich schon ein gutes Stück gegangen.“
Diese Gespräche erinnern mich immer wieder daran:
Entwicklung verläuft selten spektakulär.
Sie geschieht in kleinen Schritten.
In Entscheidungen.
In Gewohnheiten.
In Momenten, die zunächst unscheinbar wirken.
Besonders deutlich wurde mir das bei einer Frau in der Perimenopause mit einer chronischen Erkrankung. Sie kam zu mir mit Schmerzen, Schlafstörungen und häufigen Migräneanfällen.
Gemeinsam entwickelten wir einen individuellen Weg. Dazu gehörten eine antientzündliche und basische Ernährung nach Dr. Mosetter, gezieltes Krafttraining sowie Mikronährstoffe wie Omega-3 und Q10. Die Dosierung wurde anhand von Laborwerten individuell abgestimmt. Parallel dazu wurde ihr Hormonstatus in enger Zusammenarbeit mit ihrer Gynäkologin mit Schwerpunkt Endokrinologie neu eingestellt.
Die Veränderungen kamen nicht von heute auf morgen. Doch nach und nach verbesserten sich Schlafqualität, Belastbarkeit und Schmerzsymptomatik. Auch die Migräneanfälle traten deutlich seltener auf.
Dieses Beispiel zeigt etwas, das ich in meiner Arbeit immer wieder erlebe: Gesundheit entsteht selten durch eine einzelne Maßnahme. Sie entsteht durch das Zusammenspiel vieler Faktoren. Und oft erkennen wir erst im Rückblick, wie weit wir bereits gekommen sind.
Vielleicht lohnt es sich deshalb gerade jetzt, zurückzuschauen. Nicht auf das, was noch fehlt. Sondern auf das, was bereits gewachsen ist.
